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Sportvereine sind keine Supermärkte


Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat in seinem Pressedienst „DOSB Presse" einen lesenswerten Kommentar von Prof. Prof. Dr. Detlef Kuhlmann, Sportpädagoge und Professor an der Leibniz Universität Hannover, veröffentlicht.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die regierungsunabhängige Dachorganisation des deutschen Sports, wurde am 20. Mai 2006 gegründet durch Zusammenschluss des Deutschen Sportbundes und des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland. Der DOSB steht für Leistung, Gesundheit, Lebensfreude und Wertevermittlung. Schirmherr des DOSB ist der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Hier der Kommentar von Detef Kuhlmann mit dem Titel „Sportvereine sind keine Supermärkte“.

Alle Sportvereine in Deutschland sind derzeit geschlossen. Sie befinden sich im Time-out-Modus. Alle Aktiven müssen auf ihren regelmäßigen Sport dort verzichten. Es klingt paradox, ist aber Realität: Wir treiben Sport, um etwas für unsere Gesundheit zu tun. Jetzt können wir es nicht, weil wir unsere Gesundheit schützen müssen. Mehr noch: Wir treiben Sport im Verein, weil wir hier mit anderen Menschen zusammenkommen, uns sogar mit anderen beim Spiel und im Wettkampf messen. Jetzt können wir es nicht, weil wir eine soziale Distanzhaltung einnehmen müssen. Sportvereine sind – so gesehen – derzeit völlig überflüssig geworden. Sind sie es wirklich?

Wer so fragt, sollte sich die originäre Idee vom Turn- und Sportverein erneut vor Augen führen. Sie existiert nun schon seit mehr als 200 Jahren. Der Hamburger Sportsoziologie Prof. Dr. Hajo Schulke hat sie in eindrucksvoller Weise mehrfach auch im Rahmen von Kommentaren für die DOSB-PRESSE als immer noch und mehr denn je als zeitgemäß beschrieben (zuletzt in der Ausgabe Nr. 10 vom 3. März 2020). Diese Idee lebt deswegen, weil es Menschen gibt, die bereit sind, sich für ihren Verein (ehrenamtlich) zu engagieren. Daher dürfen Sportvereine auch ein „Mehr an Mitgliedschaft“ (nach Ommo Grupe) erwarten. Deshalb gilt: Solange diese Idee im Verein mit seinen demokratischen Entscheidungsstrukturen funktioniert, wird es kein Sportvereinssterben geben, nicht wegen und nicht nach Corona.

Trotzdem oder gerade deswegen appellieren inzwischen immer mehr Verbände, Bünde und die Vereine selbst an ihre Mitglieder, jetzt nicht dem Verein den Rücken zu kehren, nach Möglichkeit auch darauf zu verzichten, bereits gezahlte Mitgliedsbeiträge zurückzufordern, nur weil das Training abgesagt ist oder ein Kurs ausfällt. Sportvereine sind in dieser Hinsicht keine Dienstleister für ihre Kunden. Sportvereine sind auch keine Supermärkte für Sportangebote. Im Sportverein kann man sich nichts kaufen. Im Kern sind Sportvereine eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die ihren Sport „amateurhaft“ (wörtlich: aus Liebe) ausüben. Je größer die Liebe, desto … egal!

Wann das sportliche Leben in Deutschland bzw. in den Sportvereinen vor Ort wieder „hochgefahren“ werden kann, entscheidet nicht der Deutsche Olympische Sportbund oder einer seiner Mitgliedsverbände. Aber sie alle und noch viel mehr die kommunalen Bünde und Verbände in den Städten und Gemeinden teilen eine Hoffnung, sobald es wieder losgeht mit Sport: Mögen alle Sportvereine möglichst gestärkt aus der Zeit nach Corona hervorgehen. Damit das der Fall ist, dafür können dann sogar alle Vereinsmitglieder im konkreten und im übertragenen Sinne des Wortes ihren „Beitrag“ leisten. Vielleicht kommen dann sogar noch viele neue Mitglieder hinzu und machen die Sportvereine noch stärker. Ganz egal, ob der Sportverein in Hildesheim oder in Heidenheim, in Magdeburg oder in Flensburg beheimatet ist – Hauptsache: Sport-Deutschland bewegt sich (wieder) … im Sportverein!

HIER geht es zur Website des DOSB

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