Kohlschreibers großer Kampf nicht belohnt
Titelverteidiger Deutschland hat sich vorzeitig aus dem World Team Cup 2012 in Düsseldorf verabschiedet. Doch der Auftritt Philipp Kohlschreibers im Spitzeneinzel der letzten Gruppenpartie gegen die favorisierten Serben ließ die Zuschauer auf der Anlage des Rochusclub nicht unzufrieden nach Hause gehen. Der 28-jährige Augsburger, Nummer eins in Deutschland und Nummer 24 der Weltrangliste, lieferte gegen Janko Tipsarevic, den Achten des ATP-Rankings, einen großen Kampf und unterlag nur knapp 5:7, 6:3 und 4:6.
Da Viktor Troicki am Vortag gegen Florian Mayer gewonnen hatte, lag Serbien nun uneinholbar 2:0 vorne und konnte seine Niederlage gegen Philipp Petzschner und Christofer Kas im Doppel schadlos verkraften. Es trifft am Samstag (ab 12 Uhr) im Finale der Mannschafts-WM auf Tschechien, das gegen Argentinien 2:1 gewonnen hat.
In den entscheidenden Phasen hatte Janko Tipsarevic nicht nur das berühmte Quäntchen Glück mehr. "Da war er entspannter als ich, hatte die besseren Aufschläge. Das ist eben der Unterschied zwischen der Nummer acht und der 24 der Weltrangliste", sagte Kohlschreiber, der von den begeisterten Zuschauern immer wieder angefeuert worden war. Im vergangenen Jahr hatte Kohlschreiber das Duell gegen Tipsarevic noch für sich entschieden und Deutschland damit den Weg zum fünften Titelgewinn geebnet.
Starker Start von Philipp Kohlschreiber
Er hatte gut begonnen: "Es gelang mir fast alles, ich machte kaum Fehler", sagte der Deutsche. 4:1 führte "Kohli"bereits. "Aber dann war ich zwei drei Spiele einfach zu langsam", analysierte er. Tipsarevic nutzte dies, holte fünf Spiele in Folge und gewann den Satz 6:4. "Zwei Breaks hintereinader zu kassieren, das darf einfach nicht passieren. Ich habe zu wenig Punkte über meinen ersten Aufschlag gemacht. Und Janko spielt sehr gute Returns", so Kohlschreiber.
Auch im zweiten Durchgang gelang ihm ein Break zum 3:1; er gewann den Satz 6:3. Kohlschreiber konnte den Schwung aber nicht mitnehmen. Tipsarevic nahm ihm im dritten Durchgang gleich den Aufschlag ab. Es folgte zwar ein Rebreak, doch der Serbe behielt immer die Nase vorne. Beim Stand von 5:4 parierte der Deutsche die ersten drei Matchbälle. 0:40 lag er dann beim 5:6 und eigenem Aufschlag hinten - und glich noch aus. Doch die siebte Möglichkeit ließ Tipsarevic sich nicht mehr nehmen. Nach zwei Stunden und 23 Minuten war Schluss.
Plädoyer für die Mannschafts-WM in Düsseldorf
Die deutschen Spieler können nun einen Tag früher nach Paris reisen, wo am Montag die French Open beginnen. "Doch lieber hätten wir hier in Düsseldorf das Finale gespielt und wären dann auch noch wieder Weltmeister geworden", sagte Kohlschreiber. Und brach noch eine Lanze für das Turnier in Düsseldorf, das es im kommenden Jahr möglicherweise in dieser Form nicht mehr geben wird: "Wir Spieler treten lieber hier als Team an statt bei einem normalen Turnier der ATP um 250 Weltranglistenpunkte. Doch das entscheiden leider nicht wir. Es wäre auf jeden Fall schade, wenn es die Mannschafts-WM hier in Düsseldorf nicht mehr gäbe."
"In Paris ein paar Runden gewinnen"
Düsseldorf hat dem 28-Jährigen, der immer noch das Ziel hat, unter die Top 20 der Welt zu kommen, Auftrieb gegeben für Paris, das zweite Grand- Slam-Turnier des Jahres: "Ich habe gezeigt, dass ich gegen die Großen wier Tipsarevic mithalten kann. Ich fühle mich gut, bin im Moment vielleicht so gut wie noch nie. Ich hioffe, einige Runden in Paris zu gewinnen."
Mehr Informationen, alle Ergebnisse und wie es weitergeht
www.power-horse-world-team-cup.com
http://www.atpworldtour.com/Tennis/Tournaments/Dusseldorf.aspx
http://www.rp-online.de/sport/mehr/tennis/world-team-cup/
Geschrieben am: 25 May 2012





