Lokalmatador Jesse Huta GalungHuta Galung und Pfizenmaier die neuen Titelträger beim TVN Open in Kaarst
Zwei neue Titelträger gibt es beim SEGRO International, dem mit insgesamt 25.000 US-Dollar dotierten ATP- und WTA-Ranglistenturniers in Kaarst. Bei den Herren siegte an diesem Sonntag der Niederländer Jesse Huta Galung aus dem Bundesliga-Team von Blau-Weiß Neuss, bei den Damen Dinah Pfizenmaier, die 2011 in der Bundesliga für den VfL Bochum gespielt hat.
Titelverteidiger Jan Mertl musste im Finale verletzt aufgeben
Turnierdirektor Marc Raffel zeigte sich mit dem Verlauf des Turniers sehr zufrieden. "Schade nur, dass das Herren-Finale nicht das halten konnte, was es versprochen hatte", sagte Raffel. Das lag aber nicht etwa an fehlender Qualität der Spieler, sondern daran, dass Vorjahressieger Jan Mertl verletzt ins Spiel gegangen war und beim Stand von 6:1 und 6:3 für den 26-jährigen Niederländer verletzt aufgeben musste.
Der gerade 30 Jahre gewordene Tscheche hatte wie bei seinem Turniersieg im Vorjahr ebenso überzeugt wie sein Endspielgegner. Die Finalpaarung Mertl gegen Huta Galung war dann auch alles andere als eine Überraschung: Beide waren an eins und zwei gesetzt.
Jesse Huta Galung wieder auf dem Weg nach oben
Für Jesse Huta Galung ist der Erfolg in Kaarst ein weiterer Schritt auf dem Weg, an seine alten Erfolge anzuknüpfen. Er hat im Juni 2011 schon auf Platz 110 der Weltrangliste gestanden, ehe ihn eine langwierige Schulterverletzung zurückwarf. Aktuell wird der 26-Jährige, seit 2004 Tennisprofi, noch auf Platz 233 geführt (Jan Mertl auf 213). Doch die Tendenz bei Huta Galung geht deutlich nach oben, wie zuvor sein Erreichen des Hauptfeldes bei den Australian Open in Melbourne gezeigt hat.
"Es ging einfach nicht mehr", erklärte Jan Mertl seine Aufgabe. "Ich habe es am Samstag im Doppel am Ende meines Matches gegen Crugnola schon gespürt, heute hat es sich verschlimmert", sagte Mertl, dem die Schmerzen deutlich anzumerken waren. Doch Huta Galung ließ auch zu keiner Zeit nach und machte fortwährend Druck, so hatte der tapfer kämpfende Mertl letztlich keine Chance.
Huta Galung, der direkt von den Australian Open nach Kaarst gereist kam zeigte sich mit dem Verlauf der Woche zufrieden. "Nachdem ich den Jetlag überstanden hatte, wurde es immer besser. Am Ende habe ich richtig gut gespielt. Nächste Woche werde ich trainieren, dann geht's zum Davis-Cup, und danach habe ich eine Wildcard für Rotterdam."
Beim Umzug Möbel geschleppt - das hätte fast Dinahs Aus bedeutet
Es ist durchaus symphatisch, wenn ein Tennissternchen, das einmal unter die besten 100 der Welt kommen möchte ("Ich will jetzt bei den größeren Turnieren angreifen und vor allem in die Qualis der Grand Slams kommen"), und dann beim eigenen Umzug richtig mit anpackt. Schließlich hat Dinah Pfizenmaier noch nicht ganz so viel kassiert in ihrer jungen Karriere. Vielleicht war es dennoch nicht so ganz klug, wenn die gerade 20 gewordene Profi-Spielerin vor dem mit 10.000 US-Dollar dotierten Damen-Wettbewerb der TVN Open beim Umzug in ihre neue Wohnung tüchtig mit anpackte. Das hätte fast den Titelgewinn in Kaarst gekostet. Gleich zu Beginn ihres Halbfinalspiels am Samstag schien ihre Aus schon klar, als sie sich nach dem ersten Spiel gut fünf Minuten lang vom Physiotherapeuten behandeln lassen musste und der mit skeptischem Blick vom Platz ging.
"Ich habe eine Menge Möbel geschleppt und davon nun Rückenschmerzen", erklärte Dinah Pfizenmaier später diese kritische Phase. Und es ist ja noch einmal gutgegangen, ob es nun allein an der guten Behandlung des Physiotherapeuten gelegen hat oder mehr an ihrem Willen.
Sie hat das Halbfinale gegen die erst 16-jährige deutsche U16-Meisterin Jana Nabel gewonnen. Und nun auch das Endspiel am Sonntag gegen die Belgierin Alison van Uytvanck, die zuvor die an eins gesetzte Ratingerin Laura Siegemund ausgeschaltet hatte. Die Belgierin ist erst 17 Jahre, hat aber schon 2009 ihr erstes ITF-Turnier auf der Profitour gewonnen, 2011 dann drei und steht momentan auf Platz 286 der Weltrangliste. Dinah Pfinzenmaier ist aktuell auf Platz 265, hat sich durch den Sieg in Kaarst aber möglicherweise verbessert.
"Beim Finale hat man mehr Adrenalin im Blut"
Alison van Uytvanck fand kein Mittel gegen das druckvolle Grundlinienspiel Dinah Pfizenmaiers. "Gestern war's schlimmer, da hat mir Jana durch Fehler geholfen. Heute aber gings mit dem Rücken schon viel besser. Außerdem hat man bei einem Finale doch mehr Adrenalin im Blut, als bei einem normalen Spiel", so die frischgebackene TVN-Open-Meisterin.
Die rund 500 Zuschauer in der Kaarster Halle sahen ein Spiel, das durch harte Grundlinienschläge geprägt war. Doch immer, wenn's kritisch wurde war Dinah da, schlug so manchen "Winner" und verwandelte schließlich ihren ersten Matchball mit einem Rückhandcross.
Alle Ergebnisse finden Sie hier: http://www.atp-kaarst.de/index.php?option=com_wrapper&view=wrapper&Itemid=90
Mehr Infos auch unter: www.atp-kaarst.de
Geschrieben am: 30 Jan 2012

